SVP UDC


Bei den Wahlen vor vier Jahren waren die Sozialdemokraten die klaren Sieger: Sie wurden zusammen mit der Nachwuchsliste Junge SP Region Olten in der grössten Amtei des Kantons stärkste Kraft. Die beiden Sitzgewinne gingen zulasten der FDP und der CVP, die je ein Mandat abgeben mussten. 

Für die SP geht es nun darum, das gute Resultat von 2017 zu bestätigen. Zusammen mit den Grünen und der eigenen Jungpartei gehen die Genossen wieder eine (Unter-)Listenverbindung ein, die ihnen vor vier Jahren einen zusätzliches Sitz bei der Restmandatsverteilung gebracht hat. Von den Bisherigen tritt einzig Mara Moser (Däniken) nicht mehr an. Ansonsten sind bei der SP die gleichen Kandidatinnen und Kandidaten im Rennen, die schon 2017 einen Sitz holten – darunter auch der dienstälteste Kantonsrat Urs Huber (Obergösgen), der anscheinend zum letzten Mal antreten will. Zudem startet Simon Gomm (Olten), der vor vier Jahren für die junge SP erstmals einen Sitz geholt hat, diesmal bei der Mutterpartei. Trotz dieses Handicaps wird die Liste der Jungpartei wohl ihr Mandat verteidigen können. Am ehesten dafür infrage kommt wohl die Oltner Gemeindeparlamentarierin Corina Bolliger. In die Quere kommen könnten den Sozialdemokraten aber die Grünen: Wenn der Aufwärtstrend der Partei nach den Erfolgserlebnissen in anderen Kantonen auch hierzulande weitergeht, dann ist für die Partei ein drittes Mandat in Reichweite – durchaus auch auf Kosten der SP. Die besten Chancen dazu hat wohl der Oltner Stadtratskandidat Raphael Schär-Sommer.
    

Kommt bei der FDP diesmal auch eine Frau in die Kränze? 

Die FDP, die seit den vergangenen Wahlen nicht mehr stärkste Kraft ist, will den verlorenen Sitz zurückerobern. Allerdings brauchen die Freisinnigen neben Regierungsratskandidat Peter Hodel (Schönenwerd), der 2017 das Spitzenresultat geholt hat, neue Zugpferde. Von den vor vier Jahren gewählten sechs Männern (!) sind nur noch deren drei mit von der Partie: Mit Beat Loosli (Starrkirch-Wil) und Andreas Schibli (Olten) fehlen dabei Leute, die sich damals auf Rang 2 und 3 platzierten. Können die inzwischen nachgerutschten beiden Oltner, Handelskammerdirektor Daniel Probst und Kantonalpräsident Stefan Nünlist, diese Rolle übernehmen? Die Frage ist auch, ob wieder einmal eine Frau in die Kränze kommt. Aus aussichtsreicher Position starten – schaut man sich die Resultate von 2017 an – Lucia Kaiser (Starrkirch-Wil) und Alexandra Kämpf (Hägendorf).
     

Bürgerliche wollen ihre Sitze zurück Image 1

Die SVP als drittstärkste Kraft wird darum besorgt sein müssen, den Abgang des bestgewählten Christian Werner (Olten) wettzumachen. Gute Chancen, seinen Sitz zu erben, hat der derzeitige Oltner Gemeindeparlamentspräsident Philippe Ruf. Ansonsten ist die Ausgangslage für die weiteren fünf Mandate der Sechservertretung klar: Alle fünf Bisherigen, die bereits vor vier Jahren gewählt wurden – auch hier sind es nur Männer –, treten wieder an. Trotzdem ist ein siebter Sitz wohl ausser Reichweite: Neben Spitzenkandidat Werner fehlt der rechtsbürgerlichen Partei auch der Listenpartner wie 2017. Immerhin steuerte die EDU damals ein paar tausend Stimmen bei.

Kann die GLP wie in anderen Kantonen auch zulegen?

Auch die CVP hat vor vier Jahren ein Mandat eingebüsst. Bevor die Christdemokraten jedoch an die Rückeroberung des Sitzes denken können, müssten sie ihre fünf Mandate behaupten wollen. Mit Georg Nussbaumer (Hauenstein), der vor vier Jahren amteiweit am meisten Stimmen geholt hat, hat die CVP zwar ein Zugpferd in ihren Reihen. Doch mit Peter Kyburz (Obergösgen) tritt nur noch ein weiterer Kandidat an, der 2017 schon dabei war. Offen ist, wie gut die inzwischen nachgerutschten Rea Eng-Meister (Erlinsbach) und Patrick Friker (Niedergösgen) abschneiden. Zudem gilt es den Sitz von Dieter Leu (Rickenbach) zu verteidigen, der als einziger Bisheriger nicht mehr antritt. Keine Stimmen beitragen wird übrigens Thomas A. Müller (Lostorf), der in die Solothurner Regierung will: Er kandidiert nicht als Kantonsrat, wie dies sonst bei neu zu wählenden Exekutivmitgliedern üblich ist. Ein für die Partei strategisch schlechter Schachzug, um den sechsten Sitz zurückzuerobern. Zugute kommen könnte der CVP hingegen die erneute Listenverbindung mit der GLP und der EVP. Doch auch hier ist nicht völlig auszuschliessen, dass der Partei dies schliesslich zum Nachteil gereicht. Wenn die GLP so stark zulegen kann, wie dies in anderen Kantonen in den vergangenen Monaten geschehen ist, dann liegt eventuell ein zweiter Sitz drin. Neben dem bisherigen Thomas Lüthi (Hägendorf), der Favorit ist für das bislang einzige Mandat, hat der Oltner Gemeindeparlamentarier Christian Ginsig für einen allfälligen zweiten Sitz die besten Karten in der Hand. Bei der EVP hingegen deutet vieles auf die bisherige Einervertretung hin. André Wyss (Stüsslingen) ist als in der Legislatur Nachgerutschter dafür in der Poleposition. Fabian Muster
          

Auf einen Blick

Anzahl Mandate: 29 (aktuell 7 SP, 6 FDP, 6 SVP, 5 CVP, 2 Grüne, 1 EVP, 1 GLP, 1 Junge SP Region Olten)
Anzahl Kandidierende: 190
Frauenanteil: 38 Prozent (72 Frauen)
Anzahl Listen: 9
Listenverbindungen: Grüne/Junge Grüne Region Olten–Junge SP Region Olten–SP (Unterlistenverbindung: SP–Junge SP Region Olten); CVP–GLP/Junge GLP–EVP–Junge EVP (Unterlistenverbindung: EVP–Junge EVP)
Rücktritte: Christian Werner (SVP), Andreas Schibli (FDP, beide Olten), Dieter Leu (CVP, Rickenb.), Mara Moser (SP, Däniken)


Was Wählerinnen und Wähler erwarten

Umfrage

Alsu Weber, 38Logistikerin, Oensingen
Alsu Weber, 38
Logistikerin, Oensingen

«Ich erwarte vor allem eine konsequentere Politik im Bezug auf das Coronavirus. Bei der aktuellen Regierung habe ich manchmal das Gefühl, sie wisse gar nicht, was sie genau will. Ich erwarte eine klare Haltung zu den Massnahmen und dass diese der Bevölkerung auch klar kommuniziert werden. Strenger sollen die Massnahmen aber auf keinen Fall werden, vielen Menschen geht es jetzt schon wirtschaftlich sehr schlecht.»


Silvan Jäggi, 63Rentner, Wangen bei Olten
Silvan Jäggi, 63
Rentner, Wangen bei Olten

«Ich möchte, dass die neuen Räte auch wirklich hinter der Politik und den Werten stehen, welche sie nach aussen vertreten. Die Grünen sollen dann zum Beispiel nicht gegen neue Windräder stimmen. Zudem wäre ich froh, wenn die Politiker ihre Sturheit abschalten und mehr Kompromisse eingehen würden.»


Max Wild, 78Jurist, Solothurn
Max Wild, 78
Jurist, Solothurn

«In der Coronakrise hat mich der Kanton ein bisschen enttäuscht. Bei vielen Verordnungen hatte man das Gefühl, sie wurden einfach gemacht, damit etwas gemacht ist. Klar gibt es in der Pandemie Handlungsbedarf und es ist auch nicht möglich, es immer allen recht zu machen. Aber die Regierung muss nah bei den Bürgern sein und sich überlegen, wie sich Regeln im Alltag auswirken.» Umfrage: Sophie Deck, Rebecca Rutschi