Die Unsicherheit auf dem Immobilienmarkt ist nach Corona umso grösser, denn Investitionen in ein Eigenheim sind per se schon mit vielen Emotionen und Fragen verbunden. Wer investiert, muss allerdings langfristig denken. Und benötigt neben Kenntnissen über Finanzierung auch Einblicke in den Finanz- und Immobilienmarkt. Pascal Müller, Bankfachmann und Mitglied der Geschäftsleitung der Spar- und Leihkasse Bucheggberg AG (SLB), empfiehlt daher, bei einem unverbindlichen Beratungsgespräch die Situation erst einmal zu eruieren. «Dabei sind Kompetenz und Vertrauen für den Kunden gleichermassen wichtig.» Sein Optimismus, vor allem was den regionalen Markt angeht, ist in diesen Zeiten eine Wohltat.
  

Möbel - Märit

Herr Müller, wo kauft es sich günstiger? Im Jura, in Solothurn, Biel oder Grenchen?

Pascal Müller: Die Preise für ein Standardeinfamilienhaus oder eine Standardwohnung sind in der Region Grenchen und Jura günstiger als in den beiden Städten Biel und Solothurn. Jedoch variieren die Preise auch innerhalb der Städte und Ortschaften je nach Lage und Infrastruktur wie z. B. Einkaufsmöglichkeiten, Schulangebote oder Anbindung stark.

Gibt es einen Trend betreffend Wohneigentum?

Die Quote der Eigenheimbesitzer in der Schweiz steigt seit 1970 kontinuierlich an, nicht zuletzt auch aufgrund der raschen Zunahme von Stockwerkeigentum. Im internationalen Vergleich hat die Schweiz jedoch verhältnismässig immer noch sehr viele Mieter. Im nationalen Vergleich weist die Region am Jurasüdfuss jedoch eine relativ hohe Eigenheimquote auf. Es ist zudem zu beobachten, dass die Preise für Wohneigentum in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen sind und sich seit 1998 praktisch verdoppelt haben.
  


«Verknappung und verdichtetes Bauen werden auch in der Region ein Thema sein.»


Angstgespenster Negativzinsen und Corona: Nicht der beste Moment, um sich Wohneigentum zu leisten.

Die Liegenschaftspreise sind über die letzten Jahre angestiegen. Ein Grund dafür sind sicherlich die weiterhin historisch tiefen Hypothekarzinsen. Die Preise wurden jedoch auch von den höheren Ansprüchen der Käuferinnen und Käufer bezüglich Platz und Ausbaustandard beeinflusst. Ich denke, dass die Nachfrage, aber auch das Angebot an Wohneigentum durch die Corona-Krise zurückgehen und die hohen Preissteigerungen der letzten Jahre bremsen werden. Einer grossen Investition wie dem Liegenschaftserwerb liegt in der Regel eine hohe Jobsicherheit zugrunde. Ob die Preise sogar flächendeckend zurückgehen, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Es ist korrekt, dass die Anforderungen an Eigenmitteln und Einkommen durch neue Regularien und die hohen Preise gestiegen sind und den Erwerb von Wohneigentum erschweren. Dennoch ist die Quote der Eigenheimbesitzer in der Schweiz angestiegen. Und Liegenschaften in unserem Marktgebiet sind im Quervergleich zu anderen Regionen in der Schweiz preislich weiterhin erschwinglicher.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Wohnungs- oder Hauskauf?

Aus meiner Sicht gibt es «den» richtigen Zeitpunkt für einen Hauskauf nicht. In erster Linie sollte man sich die eigenen vier Wände nachhaltig leisten können. Ebenfalls sollte die Investition in ein Eigenheim keinen Renditevorstellungen unterliegen, sondern eine Investition in ein Zuhause sein, in welchem man sich wohl fühlt und viele schöne Stunden verbringen kann. Eigenheime sind aus diesem Grund in der Regel auch mit viel Emotionen verbunden.
  

Sind die Verknappung von Wohneigentum und verdichtetes Bauen auch ein Thema in der Region Grenchen?

Das ist ein Thema für die gesamte Schweiz und wird sich die nächsten Jahre bestimmt akzentuieren. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass neue Trends den Markt erobern werden. So steigt schon heute das Angebot an Minihäusern (Tiny Houses). Auch höhere Bauten sind in Zukunft durchaus denkbar. Da die Politik dem Thema viel Beachtung schenkt, werden wir wohl auch im Bereich von Stockwerkeigentum weitere Neuerungen und Innovationen sehen.

Was empfehlen Sie z. B. einer vierköpfigen Familie? Bauen oder kaufen?

Eine schwierige Frage, welche nicht generell beantwortet werden kann ... Bei einem Neubau kann man die individuellen Wünsche an Grundrisse, Materialien und Architektur einbringen und sich besser verwirklichen. Beim Kauf ist der Preis in der Regel attraktiver, und man spart sich allenfalls viel Stress während der Bauphase. Ich empfehle jedoch allen, sich vor einem Kauf die Liegenschaft mit einem Sachverständigen anzusehen, um zeitnahe und hohe Investitionen ausschliessen zu können. Bei Neubauten sollte das Architekturbüro oder die Generalunternehmung durchleuchtet und auf Referenzobjekte geprüft werden. Was jedoch sicher ist, dass ich der vierköpfigen Familie ein Beratungsgespräch bei der Spar- und Leihkasse Bucheggberg AG empfehle, um zusammen mit unseren Kundenberaterinnen und Kundenberatern die mögliche Höhe des Kaufpreises oder der Anlagekosten eruieren zu können. Interview Dominique Simonnot
  

Spar und Leihkasse Bucheggberg AG

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