Der Kynologische Verein Grenchen und Umgebung, der 150 Mitglieder hat, feierte 2019 sein 90-Jahr-Jubiläum. Der Verein, in dem die Geselligkeit eine grosse Rolle spielt, bietet verschiedene Kurse an für Mensch und Hund. Vizepräsidentin und Hundetrainerin Nicole Winzenried erzählt, warum Hunde in den Erziehungskurs sollen.

Hunde, die bellen, beissen nicht. Stimmt das?

Nicole Winzenried: Hunde kommunizieren mit uns Menschen. Die Signale richtig zu deuten, lernt man unter anderem bei uns im Erziehungskurs. Bellen kann verschiedene Gründe haben: Freude, Begrüssung oder Angst. Es wird oft auch fälschlicherweise angenommen, dass Schwanzwedeln immer Freude bedeutet. Doch der Hund macht das auch, wenn er unsicher ist.

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Hunde haben Charakter: Soll man ihnen einen Teil davon lassen?

Mensch und Tier sollten ein Team bilden. Die Erziehung soll dazu führen, dass der Hund zum optimalen Alltagspartner wird. Wenn man mit dem Tier spazieren geht, soll der Hund wissen, wie er sich verhalten soll, wenn er andere Menschen und andere Tiere antrifft.

Was ist eine typische Situation, in der sich zeigt, wie wichtig Erziehung ist?

Begegnungen im Alltag: Wenn der Hund frei laufen darf und Passanten (Pferde, Familie mit Kinderwagen, Kinder, Jogger, Velofahrer oder einfach nur Spaziergänger) entgegenkommen, sollte jeder pflichtbewusste Hundehalter seinen Hund zu sich rufen und mindestens bei sich führen oder sogar anleinen. Dies hat mit Respekt und Anstand unseren Mitmenschen gegenüber zu tun. Ein Hund, der nicht auf den Rückruf gehorcht, sollte in diesem Fall eine Leine (zum Beispiel eine lange Schleppleine oder Flexleine) tragen, bis der Rückruf sitzt. Oder er besucht bei uns einen Erziehungskurs.


Ein tierischer Spass Image 1

«Spielen und Knuddeln mit dem Hund ist sehr wichtig.»

Nicole Winzenried Hundetrainerin


Wie gehen Sie in der Erziehung der Hunde grundsätzlich vor?

Es hat sich in den vergangenen 30 Jahren viel verändert. Früher war klar, dass sich der Hunde total unterordnen soll. Man hat viel Druck auf das Tier ausgeübt. Heute läuft viel über Motivation und Belohnung. Mensch und Tier gehen eine viel engere Bindung ein.

Was braucht es, um die Bindung zu stärken?

Hunde brauchen körperliche und geistige Betätigung. Es reicht also nicht aus, mit dem Tier jeden Tag nur spazieren zu gehen. Die Hunde muss man auch geistig fordern. Dazu kann man beispielsweise Futtersäckchen verstecken, die der Hund aufspüren muss. Auch Spielen und Knuddeln mit dem Hund ist sehr wichtig.

In welchem Alter sollte ein Hund in den Erziehungskurs?

In unserem Verein haben wir Hunde im Alter von fünf Monaten, die einen Kurs besuchen. Zudem gibt es Vierbeiner, die schon 14 Jahre alt sind. Bei uns gibt es die verschiedensten Hunderassen, die in den Kursen dabei sind.

Welche Kurse bietet der Kynologische Verein Grenchen und Umgebung an?

Grundsätzlich gibt es Erziehungskurse, Plauschgruppen und Sportangebote für Hunde. In der Sparte Begleithund trainiert man Gehorsam, Führigkeit, Nasenarbeit und Revierarbeit. Im Bereich Agility absolvieren Hund und Hundebesitzer einen Hindernisparcours. Zudem gibt es den Kurs «Easy mit dem Hund durch den Alltag» oder die Familienhundegruppe.

Im Programm haben Sie auch den Kurs «Jugend und Hund». Was steckt dahinter?

In dieser Gruppe trainieren ausschliesslich Jugendliche im Alter von 8 bis zirka 16 Jahren mit den eigenen Familienhunden. Die Jugendlichen lernen den Umgang mit dem Hund und trainieren in verschiedenen Bereichen wie Gehorsam, Agility, Trick-Dog oder Plausch. Im Rahmen des Ferienpasses bieten wir im Kurs «Jugend und Hund» den Kindern, die bisher noch nie mit Hunden zu tun hatten, dass sie erste Kontakte mit den Tieren haben können. Interview: Luc Müller
     

Hinweis

Weitere Informationen zum Verein: www.skg-kv-grenchen.ch.