Ruedi Mäder 
  
Das Hightech Zentrum Aargau (HTZ) engagierte sich wie bei der erfolgreichen «Hacker-Premiere» im Vorjahr als Gastgeber. Über 120 Personen hatten sich Anfang Jahr angemeldet. Infolge Corona-Pandemie musste der Anlass vom März auf Ende August verschoben werden. Schliesslich nahmen rund 90 Personen am Zweitages-Event teil, 81 physisch in Brugg, ein halbes Dutzend online. Das Gros der Teilnehmenden stammte aus der Energiebranche, weitere Gruppen arbeiten an Hochschulen oder sind der Hacker-Community zuzuordnen.
     

Stiftung Umweltarena Schweiz

Ein Dutzend «Challenges»

Den Hackern standen 32 Stunden zur Verfügung, um Lösungsansätze zu entwickeln, im Idealfall einen funktionierenden Prototypen. Zur Auswahl standen 15 «Challenges» – Projektideen –, eingereicht von Unternehmen, Hochschulen, dem Bundesamt für Energie, dem HTZ und von Privaten. Ein Dutzend Projekte wurde von den spontan gebildeten, interdisziplinären Arbeitsgruppen ausgewählt. Als Rohstoff standen mehr als 200 Datensätze zu Energiethemen sowie weitere aufbereitete Ressourcen zur Verfügung. «Die Qualität der Daten war in diesem Jahr insgesamt sicher höher», sagt Dr. Peter Morf, der Leiter des Schwerpunkts Energietechnologien und Ressourceneffizienz des HTZ, und ergänzt: «Dies hat sich direkt in der Qualität der Challenges und der Resultate niedergeschlagen.» Erstmals w de auch Künstliche Intelligenz zur Problemlösung herangezogen.
       

Gastgeber: Peter Morf, Experte des Hightech Zentrums Aargau
Gastgeber: Peter Morf, Experte des Hightech Zentrums Aargau
Hightech Zentrum Aargau wird auch die Energy Data Hackdays 2021 präsentieren «Energie-Hacker» werden immer besser Image 1

Weiterarbeit an fünf Projekten

Mindestens die folgende fünf Challenges werden we bearbeitet:
– Der eigene Smart Meter: Der Privatkunde erhält über ein webbasiertes Dashboard gratis genaue Echtzeitdaten über seinen Stromverbrauch. Die von intelligenten Zählern (Smart Meter) erfassten Verbrauchsdaten werden mit historischen Daten kombiniert.
– Analyse der Elektromobilität: Wie bewegen sich die Menschen in der neuen Ära der Elektromobilität? Wo und wann werden E-Mobile aufgeladen? Mit ein Ziel: die Abschätzung des benötigten Ausbaus der Infrastruktur.
– Optimale Fernwärmeverbünde: Ziel ist die Minimierung von Fernwärmelagen, insbesondere was Einsatz von Spitzenlastkesseln (für fossile Brennstoffe) betrifft. Heizen macht über 40 Prozent des Energieendverbrauchs aus.
– Analysen für das Asset Management: Künstliche Intelligenz als Basis für Prognosen, wie sich der Zustand von Leistungstransformatoren im Lauf der Zeit verschlechtert. Das angestrebte Tool dient zur Entscheidungsunterstützung von Vermögensverwaltern.
– Anomalien beim Energieverbrauch: In Wohnimmobilien und in der Industrie wird oft Energie verschwendet. Mögliche Gründe: Benutzerverhalten, menschliches Versagen und schlecht funktionierende Geräte. Ziel ist die Senkung des Verbrauchs von Spitzenenergie. Mittels Machine Learning wird auf der Basis von Smart-Meter-Daten «abnormaler» Verbrauch identifiziert.
         

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Der Digitale «Gebäudepass»

Beim «Gebäudepass» handelt es sich um eine Herausforderung aus den Hackdays 2019. Das anvisierte Tool soll alle relevanten energiebezogenen Informationen über ein bestehendes Gebäude oder einen Gebäudepark digital dokumentieren und abbilden. Das Ziel: eine Plattform für die Energie- und Investitionsoptimierung für Gebäudebesitzer, Gemeinden, Kantone, Bund und Energieversorger. Für die Weiterbearbeitung wurde bei der Innosuisse ein Projektantrag gestellt. Aarau und Lenzburg haben mit ihren Werken Eniwa bzw. Städtische Werke Lenzburg Interesse bekundet, sich im Rahmen eines Innosuisse-Projektes ebenfalls zu engagieren.

Hightech Zentrum Aargau AG
5200 Brugg
www.hightechzentrum.ch
     

Innovativer Aargau

Die Zukunftsregion Argovia (ZURA) und das Hightech Zentrum Aargau (HTZ) als Event-Partner sowie Opendata.ch als Veranstalter waren die Träger der Energy Data Hackdays 2020, des grössten Anlasses dieser Art in der Schweiz. «Als Träger und Gastgeber mitzuwirken, ist für die Ausstrahlung des Aargaus als innovativer Energiestandort wichtig», meint Peter Morf, Technik- und Innovationsexperte des HTZ. Der Aargau gehörte auch zu den 13 Sponsoren. Als Partner-Forschungsinstitute engagierten sich die ETH Zürich, das Paul Scherrer Institut PSI, die Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW, die Hochschule Luzern HSLU und die Fachhochschule Ostschweiz. Das HTZ wird 2021 erneut dabei sein und laut Morf versuchen, «den Daten- und Ideenwettbewerb mit eigenen Challenges zusätzlich zu befeuern».

Vormerken:
Smart City Lab Lenzburg am 13./14. November 2020 in Lenzburg: Dieses «Hackdays»-Format hat einen speziellen Fokus auf 2000-Watt-Arealen.