Grüne


16 Jahre lang vertrat sie die FDP Bucheggberg im Kantonsrat. Im Jahr 2019 präsidierte sie diesen. Nun tritt Verena Meyer-Burkhard nicht mehr an. Als Einzige macht sie in der Amtei einen Platz frei für einen Neuling. Mit Verena Meyer verliert die FDP eine Integrationsfigur und eine lösungsorientierte Politikerin. Sie war zudem die einzige freisinnige Frau, die in der letzten Legislatur in der Amtei den Sprung in den Kantonsrat schaffte. Die FDP Bucheggberg-Wasseramt kann eine volle Liste vorweisen. Die sechs Bisherigen dürften einen deutlichen Vorteil haben, zudem sie auch als erste auf dem Wahlzettel aufgelistet werden. Dazu kommen elf weitere Kandidaten und fünf Frauen (was innerhalb der FDP einem Anteil von 22,7 Prozent entspricht), die bisher vor allem auf Gemeindeebene politisiert haben. 
  
Die FDP war in der letzten Legislatur die wählerstärkste Partei in der Amtei. Dies möchte sie auch bleiben. Sie geht zudem, wie auch die SVP, alleine ins Rennen. Denn SP, Junge SP und Grüne sind eine Listenverbindung eingegangen. Ebenso die Grünliberalen, die CVP und die EVP. In früheren Jahren halfen Grüne, Grünliberale und EVP so den anderen Parteien dabei, ihre Sitze zu verteidigen. Sollte die grüne Welle im neuen Jahr weiterschwappen, könnte es Ende April durchaus zu Sitzverschiebungen kommen.
     

Frauenanteil ist mit 30,8 Prozent höher als vor vier Jahren

Dass sich in diesem Jahr mehr Kandidatinnen und Kandidaten um die 22 Sitze bewerben als vor vier Jahren, liegt auch daran, dass die Junge SP erstmals mit einer eigenen Liste zur Wahl antritt. Die BDP verzichtet, dafür hat die EVP neu eine Liste eingereicht. Die Grünen und die Grünliberalen sind in der Amtei schon länger präsent und stellen bereits heute je ein Kantonsratsmitglied. Für Neulinge dürfte es so oder so schwierig werden. 21 Bisherige treten erneut zur Wiederwahl an.
     

Verena Meyer räumt ihren Sessel Image 1

Der Anteil der Kandidatinnen liegt in der Amtei gesamthaft bei 30,8 Prozent (36 Frauen) und ist damit höher als vor vier Jahren (24,7 Prozent). In den Rat gewählt wurden damals aber nur fünf Frauen (22,7 Prozent). Dieses Jahren schicken die Grünliberalen am meisten Kandidatinnen ins Rennen (44,4 Prozent), dicht gefolgt von der SP mit 40,9 Prozent. Nur gerade eine einzige Frau (9,1%) findet sich dagegen unter den elf Kandidierenden der SVP. Im Verlauf der letzten Legislatur rückten sieben der erneut kandidierenden Kantonsräte nach. So erstaunt es nicht, dass die Kantonsrätinnen und Kantonsräte der Amtei Bucheggberg-Wasseramt durchschnittlich erst seit 5,7 Jahren im Kantonsrat politisieren. Mit Philipp Arnet (Lohn-Ammannsegg, 15 Jahre), Franziska Rohner (Biberist, 12 Jahre), Simon Bürki (Biberist, 11 Jahre) und Michael Ochsenbein (Luterbach, 10 Jahre) sind allerdings auch vier Politiker dabei, die mehr als zwei Legislaturen hinter sich haben.

Bucheggberg ist angemessen vertreten, Biberist Klassenprimus

Vergleicht man den Anteil der Bevölkerung im Wasseramt (52 375 Personen, Stand 31. Dezember 2019) mit dem Bucheggberg (7955 Personen) und rechnet den theoretischen Anteil in der Verteilung zwischen den beiden Bezirken aus, dann ist schnell klar, dass der Bucheggberg gut wegkommt. Er bringt einen Bevölkerungsanteil von 13,2 Prozent mit, ist aber heute mit fünf Kantonsräten (22,7 Prozent) vertreten. Traditionellerweise kommt die Mehrheit davon (3) aus der FDP. Dieses Jahr sehen die Zahlen – mindestens was die Kandidaturen angeht – anders aus. Von den 117 Kandidatinnen und Kandidaten kommen nur gerade 14 aus dem Bucheggberg (12%). Drei davon sind aus Mühledorf, drei aus Küttigkofen. Zieht man die Kandidierenden aus Solothurn (2) und dem Schwarzbubenland (4) ab, sieht der Anteil besser aus.

Spitzenreiter, was die Anzahl der Kandidierenden angeht, ist die Gemeinde Biberist mit 26 Personen, was sagenhafte 22,2 Prozent sind. 18 Kandidierende kommen aus der grössten Gemeinde, aus Zuchwil, 11 aus Derendingen, 9 aus Luterbach und 5 aus Deitingen. Untervertreten sind Gerlafingen mit 5 Kandidierenden und Subingen mit 3. Für die Wahl in den Kantonsrat ist es zwar nicht relevant, aber spannend ist die Zahl doch: 40,2 Prozent der Kandidierenden sind im Kanton Solothurn heimatberechtigt, 23,9 Prozent gar innerhalb der Amtei. Rahel Meier
       

Auf einen Blick

Anzahl Mandate: 22 (aktuell 7 FDP, 6 SP, 4 SVP, 3 CVP, 1 Grüne, 1 Grünliberale)
Kandidierende: 117 (21 Bisherige)
Anzahl Listen: 8
Frauenanteil: 30,76 Prozent
Durchschnittsalter: 41,53 Jahre
Der Älteste und der Jüngste: Alfred Buchmann (Jg. 1945, Dornach) und Elia Reinhart (Jg. 2002, Derendingen).
Gewichtige Rücktritte: Verena Meyer-Burkhard (FDP, Buchegg) und Kuno Tschumi (FDP, Derendingen), der im letzten Herbst seinen Platz aus gesundheitlichen Gründen räumte. (rm)


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Walter Haas, 79Rentner, Balsthal
Walter Haas, 79
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«In meinem Alter wünsche ich mir nicht mehr viel Neues. Ich bin der Meinung, die aktuelle Regierung macht ihre Sache gut. Auch die Corona-Politik des Kantons unterstütze ich vollständig. Man muss eben im Moment sorgfältig vorgehen, damit die Fallzahlen wieder sinken.»


Luzia Schmuziger, 39Sportlehrerin, Olten
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«Ich erwarte vor allem, dass besser zusammengearbeitet wird und sich alle Parteien kompromissbereiter zeigen. Persönlich sind mir besonders soziale Anliegen wichtig, speziell in der Asylpolitik. Und ich wünsche mir eine starke Familienpolitik. Die Kosten der Kita-Plätze zum Beispiel sind immer noch zu hoch.»


Ruth Broger, 77Rentnerin, Wangen bei Olten
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«Insgesamt bin ich zufrieden mit der aktuellen Regierung und finde, sie machen ihre Sache gut. Das erwarte ich auch von den neuen Politikern. Nur was den Umgang mit Corona betrifft, bin ich unzufrieden. Man hätte von Anfang an viel schneller reagieren und restriktivere Massnahmen einführen müssen. Ich warte ausserdem immer noch auf ein Impfzentrum in Olten.» Umfrage: Sophie Deck, Rebecca Rutschi