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Kryptowährungen ungenügend reguliert

Regiobank: In Zeiten von digitalen Innovationen und Kryptowährungen sind stabile Rahmenbedingungen für den Finanzplatz Schweiz wichtig. Die Banken stehen dazu im Dialog mit dem Gesetzgeber.

Markus Boss, Regiobank Solothurn, Vorsitzender der Geschäftsleistung

13.12.2021

Kryptowährungen werden populär und etablieren sich als neues Finanzprodukt. Sind die Anleger – in Bezug auf Regulatorien – in der Schweiz besser geschützt als woanders? Wie stellt sich die Finanzbranche auf die damit zusammenhängenden Veränderungen ein? 

Das Thema Krypto beschäftigt uns und unsere Kundinnen und Kunden. Wie oft in anspruchsvollen Zeiten, vor allem in Tiefzinsphasen, versucht man alternative Anlagen zu finden. Kryptowährungen sind aktuell ungenügend reguliert. Die Schweiz ist sich dessen bewusst und arbeitet an entsprechenden regulatorischen Vorgaben. Dies ist anspruchsvoll, da es nicht bloss eine Optimierung bestehender Regulatorien ist, sondern völlig neue und bisher unbekannte Rahmenbedingungen erarbeitet und etabliert werden müssen. Die Finanzbranche ist, unter anderem via Schweizerische Bankiervereinigung, diesbezüglich in engem Dialog mit dem Gesetzgeber. Im Moment raten wir vom Kauf von Kryptowährungen ab, da diese nicht als offizielles Zahlungsmittel akzeptiert werden und die Hinterlage mit Vermögenswerten (z. B. wie beim Schweizer Franken in Gold) fehlt. Kryptowährungen unterliegen zudem sehr starken Schwankungen. Es existieren verschiedene Online-Tools, die den Handel mit den verschiedenen Kryptowährungen (Bitcoin, Ethereum, Ripple usw.) ermöglichen. Anleger, die an diesen neuen Möglichkeiten interessiert sind, können hier erste Erfahrungen sammeln. Allerdings beurteilen wir derartige Investitionen als hoch spekulativ. Deshalb sollte nur ein kleiner Teil des Vermögens eingesetzt werden.

Bargeldloses Zahlen – auch online – gewinnt weiter an Beliebtheit und ist mit Twint auch inzwischen privat möglich. Worauf muss der Kunde achten, und wie wird die Sicherheit gewährleistet?

Im ersten Semester 2021 wurden erstmals über 50 Prozent der Zahlungen nicht mehr in bar, sondern bargeldlos vorgenommen. Dies ist erfreulich, weil dadurch die Nachvollziehbarkeit und die Sicherheit zunehmen. Wir stellen seit Ausbruch der Corona-Pandemie ebenfalls fest, dass die Nachfrage nach Bargeld abnimmt. Trotzdem: Bargeld bleibt wichtig, und wir bieten die diesbezüglichen Dienstleistungen am Hauptsitz und auf unseren Geschäftsstellen weiterhin an. Die Sicherheit ist bei digitalen Zahlungen sehr hoch, und Missbräuche sind selten. Folgende Verhaltensregeln sind einzuhalten: Bei Twint und bei Kartenzahlungen ist es wichtig, dass der für die Bezahlung nötige Code nirgends aufgeschrieben wird, dass man keinen einfachen Code (z. B. 1234) verwendet und den Code verdeckt eingibt. Zudem soll das Konto genügend Guthaben aufweisen. Bei Zahlungen via e-Banking gilt es zu berücksichtigen, dass die aktuellen und vollständigen Sicherheitsfeatures (Virenschutzprogramme usw.) installiert sind.

Ist die «Alles aus einer Hand»-Strategie einer Bank zukünftig sinnvoll, wenn Firmen wie Google Teile des traditionellen Bankbetriebs übernehmen?

Die Regiobank bietet praktisch alle Bankprodukte an, die ein Privat- oder Firmenkunde benötigt. Dies wird von unseren Kundinnen und Kunden sehr geschätzt, und wir behalten dies in nächster Zeit so bei. Nichtbanken können nur einen kleinen Teil der Bankprodukte anbieten, weshalb die Kunden keine gesamtheitliche Beratung erhalten. Vor allem in turbulenten Zeiten sind zudem die Stabilität, die Verlässlichkeit sowie die umfassende und systematische Kontrolle durch die Aufsichtsbehörden wichtig. Dank heutiger Technologien ist es zunehmend möglich und sinnvoll, gewisse Teile der Wertschöpfungskette auszulagern und dadurch von Innovationen und von Kostenvorteilen profitieren zu können. Dieses sogenannte Outsourcing ist ebenfalls umfassend und sinnvoll reguliert.

Liebe Leserinnen und Leser

Die Corona-Pandemie hat die Gesellschaft unverändert im Griff. Wirtschaftlich allerdings ist die Situation nicht mit derjenigen vor einem Jahr zu vergleichen. Wir stellen fest, dass wir uns alle, vor allem auch die Firmen, inzwischen ziemlich gut mit der Situation arrangieren konnten. Die Wirtschaft präsentiert sich in einem ausgezeichneten Zustand, wobei sich nun andere Herausforderungen als das Virus stellen, nämlich die Lieferengpässe und eine generell eingeschränkte Verfügbarkeit von Material und teilweise – je nach Branche – auch von Mitarbeitenden. Gesamthaft sind wir für das neue Jahr zuversichtlich. Die Zinssätze werden tief bleiben. Dass sich die Börsenkurse auch im neuen Jahr gleich stark erhöhen werden wie im laufenden Jahr, ist unwahrscheinlich. Die hohen Kurse bergen das Risiko für temporäre Rückschläge. Die Börsenstimmung bleibt aber positiv. Die Regiobank freut sich auf viele wertvolle und konstruktive Begegnungen im erneuerten Hauptsitz oder in einer der vier Geschäftsstellen. Profitieren Sie von unserer raschen, unkomplizierten und professionellen Beratung. (pd)